Hermann Dostal (1874-1930)

 

Dostal, Sohn eines Militärmusikers, stammte aus dem mährischen Ort Strelitz, sein Geburtsdatum war der 6. April 1874. Er begann als Schüler des Prager Konservatoriums und wurde dann Musikeleve beim IR 93 in Olmütz. Von dort trat er ins Bosnisch- Herzegowinische IR 4 über, so kam er nach Wien, und damit bot sich die Gelegenheit, am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde die Fachausbildung abzuschließen.

Dostals Förderer war der nur um vier Jahre ältere Franz Lehär, damals Kapellmeister des IR 26, er setzte den jungen Musiker in seinem Klangkörper ein, und als Lehar die Uniform auszog, wurde Dostal sein Nachfolger bei den 26ern. 1911 trat er zum IR 67 über, im Jänner 1918 übernahm er die Kapelle des IR 99, im Herbst desselben Jahres spielte er am Rand der umwälzenden Geschehnisse die historische Rolle, bei der allerletzten Wachablösung in der Wiener Hofburg seine gewohnten Pflichten als Militärkapellmeister zu erfüllen, vor dem endgültigen Abtreten. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie bemühte er sich auch als Zivilist um die Pflege traditionellen Militärmusikgutes. Er starb in Wien am 20. Dezember 1930. Zu einem Zeitpunkt, als sein Neffe Nico Dostal, der Operetten- und Filmkomponist, in Deutschland bereits erste Erfolge zu verzeichnen hatte.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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