Joseph Fahrbach (1804-1883)

 

Um volle elf Jahre älter als sein berühmterer Bruder Philipp zeichnete sich der äm 25. August 1804 in Wien geborene Joseph Fahrbach seinem überlieferten Charakterbild nach durch berufliche wie menschliche Solidität und Lauterkeit aus. Er selbst begann als Flötist und wurde zum ersten musikalischen Mentor seiner Geschwister. Josephs Laufbahn als Militärkapellmeister der IR 45 und 44 spielte sich de facto zur Gänze im habsburgischen Lombardo - Venetischen Königreich ab, dort erlebte er auch in unmittelbarer Augenzeugenschaft die Radetzky-Feldzüge von 1848/49. Ähnlich wie im Fall seines Zeit- und Standesgenossen Andreas Nemetz liegt das Verdienst dieses Trägers des Namens Fahrbach vor allem in seiner fachschriftstellerischen Betätigung. Er publizierte eine Reihe von Arbeiten über die Aufgaben und damals aktuellen Fragen des Militärmusikwesens, am wichtigsten ist sein 1846 in Mailand auf Italienisch erschienenes Werk "Organizzazione della musica militare austriaca", in dem er die einzelnen Teilgebiete dokumentierend behandelte. Außerdem schrieb er Schulen für Holz- und Blechblasinstrumente. Nach seinem Ausscheiden aus dem militärischen Verband entwickelte er als Zivilmusiker im francisco Josephinischen Wien großen Fleiß, freilich nicht immer vom Glück begünstigt. Ein Flötistenposten bei der Hofmusikkapelle schuf ihm einen gewissen materiellen Rückhalt. Auch familiär leidgeprüft starb er in Wien am 6. Juni 1883.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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