Julius Fucik (1872-1916)

 

Fucik Julius

Julius Fucik, dessen einprägsame Konzert- und Militärmärsche zu einem besonderen Signet der k. u. k. Militärmusik wurden, war nach Herkunft und Veranlagung zum Militärkapellmeister prädestiniert. Er kam, wie die meisten seiner Berufskollegen, aus jenem Teil der Donaumonarchie, den man bezeichnenderweise das "Konservatorium Europas" nannte: aus Böhmen

Am 18. Juli 1872 in Prag geboren, fiel Fucik bereits während der Zeit seiner musikalischen Ausbildung am Prager Konservatorium durch seine herausragende musikalische Begabung auf. In Anton Dvorak, dem Initiator der national-tschechischen Musik, fand er seinen Lehrmeister und besonderen Förderer. Von Dvorak in Kontrapunkt und Kompositionslehre unterwiesen, sorgte der Siebzehnjährige mit der Aufführung seiner Orchestration des Volkmann-Zyklus "Vysegrad" in Prag für einiges Aufsehen.

Nach Abschluss seiner Musikausbildung rückte Fucik zur österreichisch-ungarischen Armee ein und absolvierte seine dreijährige Dienstzeit bei der damals von Joseph Franz Wagner geleiteten Regimentsmusik des IR 49 in St. Pölten. Eine Saison lang, 1849/95, war Fucik als Fagottist im Theaterorchester von Agram engagiert, um darnach jedoch als Stadtkapellmeister und Chormeister in das kroatische Sissek zu übersiedeln. 1897 schließlich nahm er das an ihn herangetragene Angebot, die Leitung der Regimentsmusik des IR 86 in Budapest zu übernehmen, an und blieb als k. u. k. Militärkapellmeister dreizehn Jahre hindurch in der ungarischen Hauptstadt. Hier entfaltete er bereits eine vielseitige kompositorische Tätigkeit, aus der eine Anzahl vielgespielter Märsche resultierte: "Furchtlos und treu", "Regimentskinder", "Österreichisch-ungarische Soldatenklänge" u. a. m.

Im Mai 1910 zum böhmischen IR 92 hinübergewechselt, nahm Fucik bereits drei Jahre später seinen Abschied, um als freischaffender Komponist in Berlin eine neue Karriere zu begründen. Seine bis dahin entstandenen Kompositionen, die "Marinarella"Ouvertüre (op.215), die "Hubertus" - Ouvertüre (op. 250), die Konzertwalzer "Donausagen", "Winterstürme", "Traumideale" und die Märsche "Broddenritt", "Einzug der Gladiatoren" sowie namentlich der "Florentiner-Marsch" hatten Fucik bereits weit über die schwarz-gelben Grenzen hinaus bekannt gemacht. Sein Berliner Wirken jedoch sollte nur noch von kurzer Dauer sein. Erst 44jährig legte er am 25. September 1916 in Berlin-Schöneberg Taktstock und Notenfeder aus der Hand. Fuciks Märsche überlebten ihren Urheber und wurden international zu Evergreens der Marschmusik.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
© Militärmusikfreunde