Josef Laßletzberger (1862-1939)

 

Der Niederösterreicher aus Zelking im Raum St. Pölten, Geburtsjahrgang 1862 (30. September), wurde zwar nicht so bekannt wie sein Landsmann, Zeitgenosse und Kamerad Karl Mühlberger, der "Kaiserjägermarsch" Komponist, aber er war ein typischer Vertreter seines Berufsstandes, ein echtes musikantisches Talent, das in der Militärmusik seine besten Entfaltungsmöglichkeiten fand. Mit Märschen, die im Frieden bei Paraden ebenso wie in den volkstümlichen Etablissements, im Ersten Weltkrieg aber auch an der Front gespielt wurden, und mit solidem Können leistete Laßletzberger seinen Beitrag zur Hochblüte des Musikwesens der k. u. k. Armee. Dem Klangbild, das ihm gemäß war, setzte er manche eigene Farbtöne auf. Überdies zeugt sein Aufstieg von den Möglichkeiten, die damals bereits individueller Begabung und Tüchtigkeit geboten wurden. Laßletzberger kam aus dem einfachen Mannschaftsstand, er diente sich im IR 84 bis zum Feldwebel hoch. Die Unterweisung durch Karl Komzak ersetzte ihm das Konservatorium und machte ihn zu einem Praktiker des Metiers. 1895 wurde er selbst Kapellmeister, und zwar beim IR 100 in Krakau. Zehn Jahre später kehrte er in derselben Funktion zu seinem Stammtruppenteil zurück, trat aber schon 1908 aus und ging nach Amerika.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
© Militärmusikfreunde