Karl Mühlberger (1857-1944)

 

Muehlberger Karl

Wenn auch der Name des aus Spitz an der Donau gebürtigen Musikers nachfolgenden Generationen nicht mehr geläufig ist, seinen Kaiserjäger-Marsch ("Mir san die Kaiserjäger") kennt jeder Österreicher. Mit dieser einen Melodie schuf Mühlberger eines der besten, meistgespielten Werke der österreichischen Militärmusik. Am 21. August 1857 geboren, war Mühlberger eines der jungen Talente, die Karl Komzak mit dem ihm eigenen Blick für fachliche Befähigung und der menschlich vornehmen Gesinnung des wahren Mentors in seinen engsten Kreis zog. Seit 1882 stand der junge Mann unter Komzaks Leitung in der Kapelle des IR 84, gleichzeitig studierte er am Konservatorium der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde bei Josef Hellmesberger. Bald erregte Mühlberger die Aufmerksamkeit eines zweiten prominenten Förderers, es war kein anderer als Carl Michael Ziehrer, der ihn als stellvertretenden Regimentstambour und Dirigenten ins IR 4 übernahm. Fünf Jahre blieb Mühlberger bei den Deutschmeistern, dann wurde er selbst Kapellmeister beim IR 47 in Graz. Schließlich führte ihn sein Weg zum 1. Tiroler Kaiserjägerregiment nach Innsbruck. Dort komponierte er 1914 den Marsch, der sein größter Wurf und nachhaltigster Erfolg werden sollte. Während des Ersten Weltkriegs leitete er die Garnisonsmusik Innsbruck. Nach 1918 betätigte er sich als Zivilkapellmeister und Musiklehrer. Ihm war ein hohes Alter beschieden, siebenundachtzigjährig starb er im März 1944, in Wien - Penzing heimisch geworden, nahe beim Schönbrunner Park, wo die Kaiserjäger anno 1915, bereits als Frontkämpfer, zum letzten Mal vor Kaiser Franz Joseph defiliert hatten.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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