Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945)

 

Familiäres Milieu und Werdegang, desgleichen spätere künstlerische Entfaltung machen diesen Mann zu einem Sonderfall im Rahmen des Militärmusikalischen. Reznicek, als Sohn eines bis zum Rang des Feldmarschaalleutnants aufsteigenden Offiziers am 4. Mai 1860 in Wien geboren, war nur in den Jahren von 1889 bis 1892 Regimentskapellmeister, und zwar beim IR 88 in Prag. Vorher war er Jus- und Musikstudent und Kapellmeister an österreichischen, Schweizer und deutschen Bühnen, so auch in Berlin. Nachdem er beim Heer quittiert hatte, nahm er wieder Dirigenten Engagements in Deutschland an und kam neuerlich nach Berlin, das zu seiner Wahlheimat wurde. Sein bekanntestes eigenes Bühnenwerk, "Donna Diana" nach einer Komödie Augustin Moretos, sichert Reznicek zumindest musikhistorisch einen Platz auf dem Gebiet der eher seltenen heiteren deutschen Oper um die Jahrhundertwende. Der beste Wurf gelang ihm dabei mit der Ouvertüre, sie ist in Rundfunk-Opernkonzerten immer wieder zu hören. Hochbetagt überlebte der Komponist alle Katastrophen, die Berlin im Zweiten Weltkrieg trafen, er starb am 2. August 1945.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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