Wilhelm Wacek (1864-1944)

 

Wacek Wilhelm

Der letzten Generation populärer Militärkapellmeister der k. u. k. Armee zugehörig, hatte der am 28. Oktober 1864 in Sobislau in Böhmen geborene Wacek ursprünglich keine ärarische Position angestrebt. Er war von 1886 bis 1894 Stadtmusikdirektor im Südtiroler Bischofssitz Brixen. Carl Michael Ziehrer gab den Anstoß zu seiner Übersiedelung nach Wien, und als Ziehrers direkter Nachfolger trat Wacek an die Spitze der Musik des IR 4. Diese Funktion bekleidete er bis 1918, somit verzeichnet ihn die Geschichte der österreichischen Militärmusik als den letzten Deutschmeister-Kapellmeister der Monarchie. Den Höhepunkt im erfolgreichen langen Wirken des als Interpret sehr fähigen Mannes bildete die Argentinien-Reise der Kapelle während des Jahres 1910. In diesen Zusammenhängen ergab sich der Ausnahmefall, dass Wacek eine Marschkomposition nicht, wie sonst üblich, einem hohen Offizier, sondern einem Wirtschaftsmagnaten widmete, den "Krupp-Marsch", zum Dank für die Großzügigkeit des Berndorfer Fabriksherrn. Später war Wacek der eigentliche Initiator des bald von Julius Herrmann übernommenen Berufsorchesters der Deutschmeisterkapelle. Der Tod am 17. Dezember 1944 in Wien ersparte dem Achtziger die schwersten Verstörungen der letzten Kriegsmonate.

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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