Die Wappen der 9 Bundesländer Österreichs in der 2. Republik

 

Jedes österreichische Bundesland besitzt ein Wappen, das auf historischen Grundlagen beruht, sowie davon abgeleitete Landesfarben:

 

Burgenland Burgenland:
festgelegt 1922; ein roter goldgekrönter und -bewehrter Adler mit ausgebreiteten Schwingen auf einem Felsen in einem goldenen Schild. An der Brust trägt er einen dreimal von Rot und Kürsch gespaltenen, golden eingefassten Schild, in den oberen Ecken ein schwarzes geschweiftes Prankenkreuz. Landesfarben: Rot und Gelb. Das burgenländische Wappen wurde aus den Wappen der beiden mächtigsten mittelalterlichen Geschlechter des Landes, der Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein und Güssing-Bernstein, geschaffen.
Kaernten

Kärnten:
Landesverfassungsgesetz von 1930; ein gold und rot gespaltener Schild, in der goldenen Hälfte 3 übereinandergestellte schwarze rotbezungte und rotbewehrte schreitende Löwen, im roten Teil ein silberner Balken (Bindenschild). Landesfarben: Gelb, Rot und Weiß. Dieses Wappen verwendeten erstmals die Sponheimer Ulrich III. und Philipp; von ihnen übernahmen es 1269 Ottokar II. von Böhmen und 1335 die Habsburger.

Niederoesterreich Niederösterreich:
Landesverfassungsgesetz von 1920; 5 goldene Adler in einem blauen Schild, 2 rechts, 3 links blickend; der Schild trägt eine goldene Mauerkrone mit 3 Zinnen (vorher den Erzherzogshut). Landesfarben: Blau und Gelb. Das 5-Adler-Wappen erscheint erstmals 1335, Rudolf IV. nahm es als Wappen "Alt-Österreichs" auf und ließ es neben den Bindenschild treten. Im 16. Jahrhundert hielt man die Adler für Lerchen.
Oberoesterreich Oberösterreich:
Landesverfassungsgesetz von 1930; ein gespaltener Schild, die linke Hälfte schwarz, darin ein goldener rotbezungter Adler mit roten Krallen. Rechte Schildhälfte dreimal silbern und rot gespalten. Der Schild trägt den österreichischen Erzherzogshut. Landesfarben: Weiß und Rot. Dieses Wappen wurde von Rudolf IV. in Anlehnung an das Wappen der Herren von Machland geschaffen, die erste färbige Darstellung stammt aus der Zeit um 1390.
salzburg Salzburg:
Landesgesetz von 1921; ein in Gold und Rot gespaltener Schild, in der linken Hälfte ein aufgerichteter schwarzer und rotbezungter Löwe, rechts ein silberner Balken (Bindenschild). Auf dem Schild ruht ein Fürstenhut. Die Landesfarben sind Rot und Weiß. Das Wappen ist erstmals auf einem Friesacher Pfennig des Erzbischofs Rudolf (1284-90) nachweisbar und stand im 14. Jahrhundert allgemein in Gebrauch. Vielleicht geht es auf den aus Kärnten stammenden Erzbischof Philipp (1247-56) zurück.
Steiermark Steiermark:
Landesverfassungsgesetz 1926; es zeigt im grünen Schild einen silbernen, rotgehörnten und -bewehrten Panther, der aus dem Rachen Flammen stößt. Auf dem Schild ruht der historische Herzogshut der Steiermark; Landesfarben: Weiß und Grün. Dieses Wappen kommt erstmals auf dem Siegel des Markgrafen Otakar II. im 12. Jahrhundert vor und wurde auch von den Babenbergern verwendet. In Farben ist es seit 1246 überliefert.
Tirol Tirol:
Die Festlegung erfolgte zuletzt 1946; das Wappen zeigt in einem silbernen Schild einen roten goldgekrönten und -bewehrten Adler mit zwei Flügelspangen mit Kleeblattenden und einem grünen Kränzlein hinter dem Haupt. Landesfarben: Weiß und Rot. Der Tiroler Adler kommt auf Siegeln 1205 vor, die älteste färbige Darstellung stammt von 1340.
Vorarlberg Vorarlberg:
festgelegt 1923; es zeigt in einem silbernen Schild eine rote, schwarz befranste 3-teilige Kirchenfahne an 3 roten Ringen, die im oberen Teil von 2 und in den 3 Lätzen von je 3 schwarzen schmalen Balken durchzogen sind. Landesfarben: Rot und Weiß. Das Wappen ging aus dem der Herren von Montfort hervor, welches ab 1181 nachweisbar ist.
Wien Wien:
Das Wappen wurde 1925 festgelegt und 1946 erneuert, es zeigte ein silbernes Kreuz in einem roten Schild. Die Farben waren Weiß und Rot. Seit 1998 (Landesgesetzblatt 1998/10) zeigt es in einem roten Schild ein weißes Kreuz und kann auch in Form eines Brustschildes in der Figur eines schwarzen, golden bewehrten Adlers verwendet werden. Die Farben sind Rot und Weiß.

 

 


Übernommen von Reinhard Wieser

 

   
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